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Kabinengeflüster mit Bernd Brückler

Moment

Bernd Brücker nahm sich die Zet um bei seiner Rückkehr nach Österreich mit dem Steirischen Eishockey

Verband über sein Karriere, Familie und Ziele zu unterhalten

Birthyear:

1981-09-26

Birthplace:

Graz, AUT     

Age:

31

Nation:

Austria

Position:

G

Catches:

L

Height:

186 cm / 6'1"

Weight:

86 kg / 190 lbs

Youth Team:

EC Graz

Contract:

12/13

Drafted:

2001 round 5 #150 overall by Philadelphia Flyers

Brueckler portrait

 

Bernd du bist mit 19 Jahren ins Ausland nach Amerika gegangen, manche mögen sagen recht spät, aber wäre es vorher für dich vorstellbar gewesen die Familie und Freunde in Graz zurückzulassen?

Brückler: Ich bin bereits mit 17 Jahren ein Jahr lang in Kanada gewesen und habe dort Junior Hockey gespielt. Danach bin ich noch einmal für einige Monate zurückgekehrt um im Dezember 2000 als damals 19-jähriger nach Amerika in die USHL zu gehen. Ich wäre schon früher gegangen, aber als junger österreichischer Spieler ist es nicht einfach in Nordamerika Fuss zu fassen.

Du wurdest 2001 von Philadelphia in der 5ten Runde gedraftet. Warum hat es für dich mit der NHL nie geklappt  obwohl du in der NCAA viele Auszeichnungen gewonnen hast?

Brückler: Als Tormann hat man es halt noch schwerer in die NHL zu kommen. Ich habe alles versucht und auch über ECHL und AHL, aber ich bin auch relativ schnell nach Finnland gegangen um meine Karriere dort fortzusetzen.

Wie du 2006 nach Europa nach Espoo (SM Liiga Finnland) gekommen bist, hast du eine Bilderbuch Karriere gestartet. Best Goal against average, Vize Meister und viel Lob in Finnland. Wie schätzt du deine Jahre in Finnland rückblickend ein?

Brückler: Es waren super Jahre für mich, sowohl im privaten Leben als auch im Eishockey. Ich hatte ausgezeichnete Trainer in Espoo und mir wurde von Anfang an viel Vertrauen geschenkt.

Du hast in Finnland auch dein privates Glück gefunden und hast nun 2 Kinder mit deiner Freundin Veera. Wie wichtig ist dir Familie?

Brückler: Meine Familie bedeutet die Welt für mich. Ich bin froh zwei gesunde und aufgeweckte Kinder zu haben. Wir haben schon seit 2006 unseren Hauptwohnsitz in Finnland, aber sind seitdem viel herumgekommen. Ohne die Unterstützung von Veera wäre das unvorstellbar.

Du bist auch jedes Jahr im Sommer in Graz und hast immer mit viel Freude im Nationalteam gespielt. Kann man dich als Patriot und heimatverbunden bezeichnen?

Brückler: Ich bin schon ein Patriot, obwohl ich schon viele Jahre im Ausland war. Ich komme immer wieder gerne in die Heimat und spiele auch mit viel Stolz für unser Nationalteam.

Du bist nun zur European Challenge im November wieder ins Nationalteam einberufen worden, aber in den letzten Jahren oft nicht berücksichtigt worden. Weißt du warum und ist dir das verständlich?

Brückler: Nein. Es macht jetzt aber keinen Sinn über sowas zu reden. Ich habe über die letzten Jahre bei meinen russischen Teams immer konstant gute Leistungen gebracht. Ich bin einfach froh, dass ich jetzt wieder dabei bin. Heuer ist eine sehr wichtige Saison für unser Nationalteam.

Letztes Jahr hast du mit Sibir Novosibirsk ein verhältnismäßig schlechtes Team gehabt, wenn man das in der KHL überhaupt finden kann, aber trotzdem einen tollen 2,56 GAA Schnitt gehabt. Heuer auch in der Vorbereitung gut gespielt, wie kam es dazu dass du bereits vor der Saison deine Koffer in Russland packen musstest?

Brückler: Ich werde wahrscheinlich nie herausfinden warum ich so überraschend und plötzlich entlassen wurde. Ein Grund war sicher die neue Regelung, wonach ein russischer Goalie mindestens 40% der Spiele in der Meisterschaft spielen muss. Ich glaube bei Sibir waren sie sehr zufrieden mit unserem neuen russischen Goalie und er spielt auch jetzt fast alle Spiele.

Brueckler KHL

Bist du froh nun in Salzburg und Österreich wieder gelandet zu sein, denn in Russland warst du ja oft von deiner Familie getrennt?

Brücker: Meine Familie war eigentlich zu 90% der Zeit mit mir in Russland mit, aber dort sind halt immer wieder 8-10 tägige Auswährtstrips angesagt. Von dieser Warte aus ist es natürlich schön in Österreich zu spielen. Andererseits habe ich mich in der KHL schon eingelebt und mittlerweile auch russisch gelernt. Ich hätte gerne noch länger dort gespielt.

Zu Salzburg gibt es ja eine kuriose Geschichte. Warum spielst du dort mit der 26, hat dies etwas mit deinem Freund Thomas Vanek zu tun der ja auch in Österreich während des Lockouts spielt?

Brückler: Nein. Ich habe mich dazu entschlossen, mich in den USA bei meiner alten Uni-Mannschaft in Wisconsin fit zu halten und war bereits kurz vor meinem Abflug als ich von Salzburg einen Anruf bekam. Ich bin in Wien am Gate G26 gestanden und innerhalb von 30 Minuten haben wir uns auf einen Vertrag geeinigt. Daraufhin sagte ich der Stewardess das ich nicht mitfliegen werde und das Personal meine Taschen wieder entladen muss. Mit diesem Karma habe ich mir gedacht, jetzt muss ich die Nummer 26 spielen.

Was ist deine Meinung zum Lockout und wie werden sich die Engagements der NHL Stars in Österreich auf das Österreichische Eishockey auswirken?

Brückler: Ich finde es schade, das es schon wieder ein Lockout gibt. Die Situation wirkt sich aber schon positiv auf das österreichische Eishockey aus, alleine wenn man den Hype in Graz sieht mit Thomas Vanek.

 

Du hast schon einige Top Adressen in Amerika und Europa gesehen. Wie schätzt du die Trainingsmöglichkeiten, Umfeld und Professionalität in Salzburg ein?

Brückler: Es ist alles sehr professionell in Salzburg und Red Bull ist einfach eine Top Marke. Auch europaweit ist das Umfeld einzigartig. Es war sicher einer der Gründe warum ich mich für Salzburg entschieden habe.

 

Du hast in deiner Zeit im Herbst in Graz mit Joe Laimer Kindertrainings geleitet. Was sind für dich die größten Unterschiede zwischen Österreich und den Top Eishockey Nationen und siehst du dich nach deiner aktiven Karriere als Trainer?

Brückler: In den Top Nationen gibt es halt eine richtige Eishockeykultur. Diese ist einfach in Österreich in der Art und Weise nicht vorhanden. Ich muss aber auch sagen, das sich mittlerweile schon viel geändert hat und die 99ers zum Beispiel in der Nachwuchsarbeit ganz sicher am richtigen Weg sind.

 

Wie schätzt du den Auftritt von Thomas Vanek in Graz ein und glaubst du dass nun endlich eine neue Halle in Graz gebaut wird?

Brückler: Der Auftritt vom Tom war super. Er hat viel Herz bewiesen bei seinem Engagement in der EBEL. Ich glaube es kann nur geholfen haben im Bezug auf eine neue Halle.

Abschließend möchten wir noch von dir wissen was du dir mit Salzburg vorgenommen hast und wo siehst du die 99ers heuer am Ende der Saison?

Brückler: In Salzburg ist unser Ziel natürlich der Meistertitel. Ich glaube die 99ers werden es ganz bestimmt ins Playoff schaffen und dann ist auch für sie alles möglich.

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Herzlichen Dank dass Du Dir die Zet genommen hast für dieses Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft!

 

Inhalt: STEHV

Fotos: Bernd Brückler

 

 

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